

Der November hat einen schlechten Ruf. Grau, nass, dunkel um fünf. Und doch ist jetzt eines der besten Gemüse des Jahres auf den Marktständen, und es kommt vom Feld nebenan. Grünkohl, Rosenkohl und Pastinaken stecken voller Vitamine und haben nur ein paar Kilometer zurückgelegt. Zwei Gewinne, ein Einkaufskorb.
Das unterschätzte Kraftpaket
Grünkohl hat schon lange ein Imageproblem. Zu deftig, zu altmodisch, mehr etwas für Omas Sonntags-Tisch. Dann tauchte es als "Kale" in den Smoothies der angesagten Großstadtcafés auf, und boom: Superfood. Dabei war es die ganze Zeit auf unserem Feld.
Die Zahlen sprechen für ihn. Laut der Nährwerttabelle der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) enthalten 100 Gramm frischer Grünkohl rund 105 Milligramm Vitamin C. Eine Zitrone liefert gerade mal die Hälfte. Mit einer ordentlichen Portion deckt man den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Vitamin C trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei, was praktisch ist, wenn im Büro wieder alle schniefen. Außerdem sind Vitamin K, Beta-Carotin, Folsäure und 210 Milligramm Calcium enthalten. Zum Vergleich: 100 Milliliter Milch kommen auf rund 120.
Und die Kollegen im Gemüsefach? Mit Vitamin C können Rosenkohl locker mithalten. Pastinaken und Schwarzwurzeln liefern Ballaststoffe, Rote Beete Folsäure, Feldsalat Eisen. Ein Fitnessprogramm auf dem Teller, ganz ohne Mitgliedsbeitrag.
Im Rheinland gilt die alte Regel: Grünkohl erst nach dem ersten Frost. Und das stimmt. Bei Kälte wandelt die Pflanze einen Teil ihrer Stärke in Zucker um, wodurch der Kohl milder und leicht süßlich schmeckt. Moderne Sorten brauchen keinen Frost mehr. Ein paar knackige Nächte schaden dem Geschmack aber nie.

Damit die Vitamine nicht im Kochwasser landen: kurz kochen statt stundenlang köcheln. Vitamin C verträgt keine Hitze. Dämpfen Sie den Kohl nur ein paar Minuten oder essen Sie ihn roh als Salat, und Sie holen das Beste daraus heraus. Und dein Herd ist nach zehn Minuten statt nach zwei Stunden fertig.
Nun zur Umweltseite. Bohnen aus Kenia, Spargel aus Peru, Erdbeeren im Dezember: Es gibt alles. Der Haken liegt im Transport, insbesondere per Flugzeug. Die ETH Zürich hat dies in ihrer "Ökobilanz der Obst- und Gemüseproduktion" ausgerechnet. Unser Grünkohl hingegen tuckert ein paar Kilometer mit dem Anhänger zum Markt.
Wobei: Regional allein reicht nicht, auch die Saison muss stimmen. Kohl, Lauch und Feldsalat wachsen im Winter draußen. Ohne Heizung. Kartoffeln, Karotten und Kohlköpfe halten sich auch monatelang im kühlen Keller. Vorratshaltung wie bei Oma – das klappt immer noch
Auch in der Gartenbauwirtschaft tut sich etwas. Einige Baumschulen heizen ihre Gewächshäuser bereits mit Abwärme, Wärmepumpen oder Solarthermie statt mit Öl und Gas. Wir von rhenag Energie schauen da genau hin, denn die Wärmewende passiert eben nicht nur im Heizungskeller. Die beste Heizung bleibt trotzdem die, die gar nicht erst laufen muss. Grünkohl kommt ganz ohne aus.
Zwischen Siebengebirge und Swisttal muss man nicht weit fahren. Im Vorgebirge und rund um Meckenheim bauen die Höfe seit Generationen Gemüse an, viele verkaufen auch im Winter direkt ab Hof. Dies wird ergänzt durch die Wochenmärkte in Siegburg, Hennef oder Sankt Augustin. Keine Lust auf Marktrummel? Dann bestellen Sie eine Gemüsekiste von einem Hof in Ihrer Nähe.

Jetzt in der Saison: Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing, Lauch, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Rote Beete, Karotten und Lollo Rosso.

- Grünkohlsalat: Blätter fein schneiden, mit Öl und Salz kurz durchkneten, Apfelwürfel und Walnüsse drüber. Fertig.
- Ofengemüse: Pastinaken, Möhren und Rote Bete in Spalten aufs Blech. Gleich zwei Bleche backen, schon steht das Essen für morgen.
- Rosenkohl aus der Pfanne: halbieren, fünf bis sieben Minuten scharf anbraten. Bekehrt selbst Rosenkohl-Muffel.
Grünkohl & Co. bringen Vitamine auf den Teller, kommen ohne Flugzeug und Heizung aus und lassen Ihr Geld bei den Höfen um die Ecke. Das rhenag Energie-Team wünscht Ihnen einen genussvollen November.
Also: Korb schnappen und ab zum Markt!
